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Bei Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen und Medikamenten greift die Belastungsgrenze nach § 62 SGB V. Danach können sich alle Versicherten mit einem Antrag bei ihrer Krankenkasse von Zuzahlungen befreien lassen, wenn die Belastungsgrenze von 2 % des jährlichen Bruttoeinkommens (bei chronisch Kranken von 1 % ) des jährlichen Bruttoeinkommens) überschritten wird.

Belastungsgrenze bei Leistungsbezügen
Wie hoch ist die Hartz-IV-Belastungsgrenze? Bei Hartz IV-Empfängern wird die Belastungsgrenze auf der Grundlage der Regelleistung des jeweiligen Jahres berechnet. Für die Belastungsgrenze ist nur der Regelbedarf der Stufe 1 maßgeblich.

Das heißt konkret: Die Grenze von 2 % (für chronisch Kranke 1 %) der Versicherung bezieht sich auf das Jahreseinkommen eines Hartz-IV-Empfängers und beträgt nach heutigem Stand (2017): 12 x 409 Euro = 4.908 €. Die Belastungsgrenze ist bei 98,16 € (2 %) bzw. bei chronisch Kranken bei 49,08 €(1 %) erreicht. Das bedeutet, diesen Betrag trägt der Versicherte im Jahr selbst, alles was darüber hinaus geht trägt die Krankenkasse, wenn ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse des Versicherten gestellt wird.

Vordrucke dazu gibt es bei der jeweiligen Krankenkasse (Formular anfordern; auch download). Die Zuzahlungsbefreiung gilt für ein Kalenderjahr und muss jedes Jahr neu beantragt werden.
Anzugeben sind:
-Einkommenssituation
-Der Nachweis über bereits geleistete Zuzahlungen (Quittungen)
-Eine chronische Krankheit muss der Arzt bescheinigen.

Nachträglich anfordern
Auch nachträglich kann die Befreiung von der Zuzahlung eingereicht werden. Hier muss ebenfalls ein entsprechender Antrag auf Zuzahlungsbefreiung gestellt werden und die entsprechenden Nachweise vorgelegt werden, um bis zu vier Jahre rückwirkend überschüssige Zahlungen zurückzuerhalten.
Nicht alles, was selbst bezahlt oder zugezahlt wird, kann bei der Belastungsgrenze berücksichtigt werden. Nicht angerechnet werden:
• Kosten für Medikamente und Leistungen ohne ärztliche Verordnung
• Eigenanteile zum Zahnersatz
• Eigenanteile für Hilfsmittel, die gleichzeitig Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind (zum Beispiel orthopädische Schuhe)
• Kosten für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGel-Leistungen)