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Die Hospiz- und Palliativbewegung setzt sich für ein Lebensende in Würde ein. Statt Gerätemedizin und lebenserhaltende Maßnahmen um jeden Preis geht es um eine ganzheitliche Begleitung von Sterbenden.

Am 8. Dezember 2015 ist das Hospiz- und Palliativgesetz in Kraft getreten. Damit hat der Bundestag ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Versorgung und Begleitung Sterbender stärken soll: Das letzte Stück Lebensweg in Würde gehen zu können, selbstbestimmt, möglichst ohne Schmerzen und nicht allein gelassen, ist das Ziel. Vorrangig ist der Ausbau der ambulanten Versorgung.

Damit rückt das Thema Tod auch ein Stück weit heraus aus der Tabuzone: Das Lebensende, dem sich jeder Mensch früher oder später stellen muss, wird in der Gesellschaft ein mehr und mehr akzeptierter Lebensabschnitt, der zum Leben dazugehört.

Hospiz- und Palliativversorgung
Für ein „menschliches  Sterben“, dafür, dass schwerstkranke und sterbende Menschen bis zu ihrer letzten Minute in Würde leben und sterben können setzen sich in der Hospizbewegung tausende von ehrenamtlichen Helfern in Vereinen, aber auch immer mehr palliativmedizinisch ausgebildete Krankenpflegerinnen und –pfleger, Ärztinnen und Ärzte ein.

Hospiz bedeutet ursprünglich Gast, Herberge, Gastfreundschaft und Geborgenheit. Hospize waren im Mittelalter Herbergen, Rastmöglichkeiten und Pflegestätten für Reisende, Pilger und Kranke. Die Begleitung Sterbender definiert die Hospizbewegung als Hilfe in der letzten Lebensphase in allem, was der Sterbende braucht: Die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse genauso wie der Bedürfnisse nach Sicherheit, Liebe, Achtung, Spiritualität und Selbstverwirklichung. Auf „sterbensverlängernde“ Maßnahmen soll verzichtet werden.

Die Palliativmedizin behandelt Menschen  mit unheilbaren, fortschreitenden Krankheiten. Sie unterscheidet sich darin in dem unbedingt heilend-kurativen Anspruch der Medizin. Die Weltgesundheitsorganisation sieht die Palliativmedizin als „...Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, gewissenhafte Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art." Die Palliativmedizin kann so auch unnötige, belastende Therapien am Lebensende verhindern.

Versorgungssituation in Deutschland
Nur 30 Prozent der im Jahr 2014 Verstorbenen erhielten nach den Analysen der Bertelsmann-Stiftung  eine palliativmedizinische Versorgung (Bertelsmann: „Faktencheck Palliativversorgung“). Rund 90 Prozent der Sterbenden brauchen nach Ansicht von Professor Lukas Radbruch von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) eine besondere Betreuung. Damit wurde nur jeder dritte Sterbende so betreut, wie es notwendig gewesen wäre.

Nur sechs Prozent der Menschen in Deutschland möchten ihre letzte Lebensphase im Krankenhaus verbringen; die meisten möchten zuhause sterben, ihre letzten Tage in vertrauter Umgebung sein. Aber: Noch stirbt fast jeder zweite ältere Mensch in Deutschland in einer Klinik. Auf palliative Versorgung stellen sich mehr und mehr Krankenhäuser ein: Nach Angaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes e.V. (DHPV)  hat sich die Zahl der stationären Einrichtungen in der Hospiz- und Palliativversorgung von 1996 bis 2016 mehr als verachtfacht.
Das Angebot der ambulanten Dienste hat sich seit 1996 verdreifacht.

Der Bedarf wird weiter steigen
Aufgrund der demografischen Veränderungen wird der Anteil der alten und hochaltrigen Menschen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen. Auch Einrichtungen der Altenhilfe müssen mehr und mehr durch eine besondere Haltung und den ethischen Anspruch von Hospizkultur und Palliativversorgung entsprechen und Orte für ein lebbares Alter und ein würdevolles Sterben sein und werden. Dafür müssen die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden.

Wo erhalten Sie Informationen über Hilfen und Versorgungsangebote?

Versicherungspflichtig Beschäftigte haben für die Begleitung eines nahen Angehörigen in der letzten Lebensphase nach dem Pflegezeitgesetz (PflegeZG) Anspruch auf eine bis zu drei Monate dauernde vollständige oder teilweisen Freistellung als Arbeitnehmer. Dieser Anspruch besteht bei Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten.

Für eine selbstbestimmte medizinische Versorgung im Ernstfall ist das Verfassen einer Patientenverfügung zu empfehlen. Informationen dazu finden Sie hier

1. Anspruch durch Beratung von den Krankenkassen
Versicherte haben einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch die Krankenkassen bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung. Ansprechpartner ist die Krankenkasse des Patienten. Dies schließt konkret die schriftliche Information über die lokal vorhandenen Angebote und die Hilfestellung bei der Kontaktaufnahme mit ein. Die Krankenkassen arbeiten dabei mit der Pflegeberatung, Servicestellen vor Ort oder vorhandenen Versorgungsnetzwerken zusammen.

2. Anlaufstellen in Frankfurt am Main

Pflegestützpunkt Frankfurt am Main
Sandra Gratzkowski
Sascha Hinkel

Tel.: 0800 - 5 89 36 59
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Beratungszeiten:
Montag und Mittwoch von 10:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag von 16:00 - 18:00 Uhr

Bürgerinstitut e.V.
Das Bürgerinstitut unterstützt Sie persönlich mit dem Angebot „Hospizgruppe und Palliativberatung“

PalliativTeam Frankfurt
Unterstützung ambulant oder begleitend zu stationärer Versorgung bietet das PalliativTeam Frankfurt

Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) in Frankfurt

Netzwerk Hospiz und Palliative Care in Frankfurt

AOK-Palliativwegweiser
Einen Wegweiser über Krankenhäuser und Ärzte in der Palliativmedizin in Frankfurt am Main finden Sie auch über den Online-Wegweiser der AOK.

Die Goethe-Universität Frankfurt hält derzeit eine Ringvorlesung zum Thema "Leben und Tod".
Eine Übersicht über anstehende Termine finden Sie hier.

Links

Deutscher Hospiz- und Palliativverband
Broschüren des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes

Serviceseite der Bertelsmann Stiftung für betroffene und Angehörige


Sterbephasen und Tod, Informationen auf den Gesundheitswebseiten des Pharmakonzerns Sanofi

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin