Demenz: Hilfen im Alltag

Nur vergesslich oder schon dement? Wenn Ältere den Alltag nicht mehr (vollständig) allein bewältigen können, obwohl sie körperlich beweglich und fit unterwegs sind, steht häufig eine Diagnose im Raum: „Demenz“. Sie ist der Oberbegriff für mehr als 50 Krankheitsbilder, die mit dem Verlust der geistigen, Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung in Raum und Zeit einhergehen.

Diese Einschränkungen können dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Derzeit leben in Deutschland über 1,2 Millionen Menschen mit dieser Diagnose – und die Tendenz steigt: Für das Jahr 2040 ist die Erwartung, dass aufgrund des zunehmenden Lebensalters 2,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein werden. Das Risiko der Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter. 80% der Erkrankten werden von Angehörigen betreut.

Betreuung in der Familie

Zwei Drittel aller Dementen werden zu Hause versorgt, zu Zwei Dritteln übernehmen Frauen diese pflegerische Versorgung. Die psychische und körperliche Belastung der pflegenden Angehörigen ist enorm. Um nicht selbst durch Überlastung oder finanzielle Einbußen Schaden zu nehmen, sollten Angehörige professionelle Unterstützung und Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. In Frankfurt unterstützt Sie dabei die Pflegebegleiter-Initiative.

Nur dann ist der Verbleib Demenzkranker auch unter stabilen gesunden Bedingungen in der Familie möglich. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAG) haben Ehepartner*innen, die einen dementen Angehörigen pflegen ein um 6-faches höheres Risiko, später selbst an Demenz zu erkranken. Als Ursachen hierfür werden Überlastung und soziale Isolierung angesehen. Wichtig ist die Einsicht in die Erkrankung durch die Angehörigen und ausreichende Informationen zum Krankheitsbild. Die Diagnose durch einen/eine Arzt*in sichert die finanzielle Unterstützung durch Leistungen aus der Pflegekasse. Mit dem 01. Januar 2017 haben Demenzkranke höherer Leistungen aus der Pflegekasse zu erwarten.

Für die Entlastung von Angehörigen, aber auch um einen möglichst positiven Krankheitsverlauf aufrecht zu erhalten ist die aktive Einbindung eines Unterstützerumfeldes und die Nutzung von Betreuungsangeboten (Aktivierung, Teilhabe) empfehlenswert.

Angebote in Frankfurt

Der Sozialverband VdK bietet in Frankfurt Betreuungsgruppen für Demenzkranke an. Ziel ist es, die Lebensqualität erhalten. Stundenweise (4 bzw. 6 Std.) findet die Betreuung demenzkranker Menschen statt. Sie beinhaltet individuelle Freizeitgestaltung, fördert gezielt den Erhalt von verbliebenen Fähigkeiten und ermöglichen eine Teilhabe am Leben „außerhalb der eigenen 4-Wände“. Die persönliche Betreuung erfolgt durch ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in einer 1 zu 1 Betreuung. Alle Betreuer*innen sind ausgebildete Demenz-/Alltagsbegleiter*innen (nach §45c für niedrigschwellige Betreuungsangebote Einzel-&Gruppenbetreuung). Die Kosten belaufenen sich auf  22 bzw. 32 Euro und sind mit der Pflegeversicherung nach §45 c abrechenbar. Verbesserte Förderung unter dem neuen Pflegestärkungsgesetz (ab 2017) Wichtig ist es dem VdK, warme Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Demenzkranke aufgehoben, sicher und wertgeschätzt fühlen kann. Zusätzlich profitieren Angehörige von Entlastung, Beratung und Austausch mit Gleichgesinnten. Auch eine anonyme oder persönliche Einzelberatung in Krisensituationen ist möglich.

Sozialverband VdK Hessen-Thüringen

Leben mit der Alzheimer-Krankheit in Frankfurt
Betreuungsgruppen „die Zeitreisenden“ & Selbsthilfegruppe für Angehörige

Kontakt:

Rena Friedrich
Ostparkstraße 37
60385 Frankfurt

HILDA-Mobil des Bürgerinstitut

Unterwegs zu demenzfreundlichen Kommunen: Mit dem Hilda-Mobil (Transporter) steht ein mobiles Informations- und Beratungszentrum für Demenzkranke und Ihre Angehörigen zur Verfügung. Getreu dem Motto: Die Hilfe muss zum Menschen, nicht der Mensch zur Hilfe kommen.

HILDA berät in sozialen, finanziellen und pflegerisch-medizinischen Fragen und begleitet Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Das Projekt HILDA will die Auseinandersetzung mit Demenz in den Frankfurter Stadtteilen, auf dem Wochenmarkt, vor der Sparkasse, auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Eintracht-Spiel initiieren. Die Präsenz auch vor Ort in den Stadtteilen soll zur Auseinandersetzung der Bevölkerung mit dem Thema Demenz beitragen.

Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen:

  • ein Gesprächskreis für Menschen mit beginnender Demenz
  • Bewegungsgruppe und eine parallel dazu stattfindende Angehörigengruppe
  • ehrenamtlicher Besuchsdienst
  • Schulungen für pflegende Angehörige und Ehrenamtliche
  • Veranstaltungen, Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit

Träger: Bürgerinstitut e.V.

Kontakt:

Martina Albrecht
Telefon: 069-972017-37
E-mail: albrecht@buergerinstitut.de

Angelika Welscher
Telefon: 069-972017-41
E-Mail: welscher@buergerinstiut.de

HILDA – Hilfe für Demenzkranke und ihre Angehörigen
Oberlindau 20
60323 Frankfurt am Main

Gefördert aus Mitteln der Stadt und des Jobcenters Frankfurt am Main und des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

 

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