Hospiz und Palliativmedizin

Patient*innen sollen ihre verbleibende Zeit so angenehm und sorgenfrei wie möglich verbringen. In einem Hospiz geht es genau um dieses Thema, nämlich dem Sterbenden einen würdigen Lebensabend zu bescheren.

Der Begriff Hospiz ist vom lateinischen Begriff „hospitium“ für „Herberge“ abgeleitet. In Deutschland wird damit in erster Linie eine stationäre Einrichtung bezeichnet, in der unheilbar kranke Menschen ihren Lebensabend in würdiger Atmosphäre verbringen. Diese heimähnlichen Einrichtungen sind meistens auf wenige Plätze beschränkt, um sowohl einen persönlichen Charakter zu wahren als auch jedem Bewohner die nötige Aufmerksamkeit schenken zu können.

Palliativversorgung in Hospizen

Im Sterben liegende Patient*innen und deren Angehörige werden während der Aufenthaltszeit in einem Hospiz von einem interdisziplinären Team betreut, das unter anderem aus Ätzt*innen, Pflegekräften, Sozialarbeiter*innen und Seelsorger*innen besteht. Entweder handelt es sich dabei um eine stationäre oder ambulante Betreuung. Nach dem Tod des Patienten wird Angehörigen oft weiterhin seitens der Hospizdienste Hilfe geleistet, wenn es um die Trauerbewältigung geht. Bei Bedarf erhalten sie von den stationären oder ambulanten Einrichtungen Informationen und Kontakte zu Selbsthilfegruppen und Trauernetzwerken, die dabei helfen können, den Verlust zu verarbeiten.

Palliativpflege – stationäre Hospize und ambulante Hospizdienste

Unter die sogenannte Hospizarbeit fallen neben stationären Einrichtungen auch Palliativstationen in Krankenhäusern sowie die Palliativpflege zu Hause, die als ambulanter Hospizdienst bezeichnet wird. Letzterer stellt die Palliativversorgung in den eigenen vier Wänden bis zum Eintreten des Todes sicher. Dass kranke Menschen zu Hause sterben, ist verhältnismäßig selten – auch wenn das der Wunsch Vieler ist. Um ihnen eine würdige Alternative zu bieten, sind Palliativstationen und Hospize, in denen die Betroffenen bis zu ihrem Tod verbleiben, gemütlich und freundlich eingerichtet. Angehörige und Wegbegleiter sind jederzeit willkommen.

Ziel der Hospizarbeit ist stets, die Lebensqualität eines unheilbar kranken Menschen so gut es geht aufrecht zu erhalten. Die medizinische Versorgung ist nicht mehr auf die Heilung ausgerichtet, sondern in der Regel nur noch auf das Nötigste beschränkt, beispielsweise auf schmerzlindernde Mittel. Diese Form der Behandlung nennt man palliative Therapie.

Es wird nicht mehr versucht, die Lebenszeit künstlich zu verlängern, sondern stattdessen die Lebensqualität des Betroffenen zu steigern. Deshalb wird im Hospiz auch eher seltener von Patient*innen gesprochen, als vielmehr von Besuchern oder Gästen. In Deutschland ist es im Rahmen der Palliativmedizin zwar erlaubt, kurative Maßnahmen zu unterlassen, sofern ein Sterbender dies wünscht; Sterbehilfe, also das aktive Herbeiführen des Todes, ist hierzulande allerdings verboten und gehört daher nicht zum Leistungsspektrum deutscher Hospize.

Was kostet ein Hospizplatz?

Im Durschnitt liegen die Kosten für einen Platz im Hospiz bei etwa 200 bis 250 Euro pro Tag. Die Kosten für die stationäre oder teilstationäre Versorgung werden zu 95 Prozent von der Krankenkasse getragen. Darin sind alle Leistungen enthalten – von der Palliativversorgung über die Verpflegung bis hin zur Betreuung der Angehörigen. Während der letzten gemeinsamen Wochen soll den Familien wenigstens die Sorge um finanzielle Angelegenheiten erspart bleiben.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. 

Hospize in Ihrer Nähe:

Wegweiser – Hospiz- und Palliativversorgung
Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

Gefördert aus Mitteln der Stadt und des Jobcenters Frankfurt am Main und des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

 

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