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Seit 1. Januar 2015 haben Pflegebedürftige nach dem Pflegestärkungsgesetz Anspruch auf höhere Leistungsbeträge. Auch gelten andere Voraussetzungen, um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Menschen mit Demenz, die der Pflegestufe 0 zugeordnet sind, erhalten jetzt Unterstützung. Grundsätzlich ist für den Bezug der Leistungen die Einstufung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen in eine der Pflegestufen von 0 (mit Demenz) bis III Voraussetzung.

Pflegegeld
Angehörige oder Ehrenamtliche, die die Pflege übernehmen, können das Pflegegeld in Anspruch nehmen. Ab 2015 liegt der Betrag für die Leistungen abhängig von der Pflegestufe zwischen 123 und 728 Euro. Das Pflegegeld kann auch mit Pflegesachleistungen kombiniert werden. 

Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege
Mit den "Pflegesachleistungen" wird die häusliche Pflege durch professionelle Pflegekräfte bezahlt: zum Beispiel Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung. Pflegesachleistungen können mit dem Pflegegeld kombiniert werden.

Pflegehilfsmittel
Hierbei handelt es sich um Verbrauchsmaterialien, die die häusliche Pflege ermöglichen oder vereinfachen, zum Beispiel Einmalhandschuhe, Inkontinenzsysteme, Betteinlagen und Desinfektionsmittel. Ab 2015 steigt diese Leistung von 31 auf 40 Euro pro Monat.

Verhinderungspflege/Ersatzpflege
Bei der Verhinderungspflege/Ersatzpflege handelt es sich um die Übernahme der pflegerischen Versorgung durch Dritte für einen begrenzten Zeitraum. Wenn beispielsweise die private Pflegeperson in Urlaub gehen möchte, kann die Pflege in dieser Zeit von einem ambulanten Pflegedienst sichergestellt werden. Ab 2015 steigt der Betrag auf 1612 Euro im Kalenderjahr. Die Ersatzpflege kann maximal für die Dauer von sechs Wochen pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. Zusätzlich kann bis zu 50 % (bis zu 806 Euro) des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege ausgegeben werden. Dieser Betrag steht dann für die Kurzzeitpflege in diesem Kalenderjahr nicht mehr zur Verfügung.

Verhinderungspflege kann auch von einem weiteren nahen Angehörigen geleistet werden. In diesem Fall wird maximal der 1,5-fache Betrag des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe gezahlt. Die maximale Dauer wird ebenfalls auf sechs Wochen pro Kalenderjahr ausgedehnt.

Tages- und Nachtpflege
Es handelt sich um die zeitweise Betreuung in einer Pflegeeinrichtung im Tagesverlauf (teilstationäre Versorgung). Ab 2015 können diese Leistungen in vollem Umfang neben den ambulanten Pflegesachleistungen und dem Pflegegeld in Anspruch genommen werden.

Kurzzeitpflege
Pflegebedürftige, die nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen sind, können die Leistungen zur Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Ab 2015 können nicht verbrauchte Leistungen aus der Verhinderungspfelge für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Kurzzeitpflege kann statt bisher vier bis zu acht Wochen in Anspruch genommen werden. Noch nicht verbrauchte Lesitungen aus der Verhinderungspflege können für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden; der Leistungsbetrag darf sich hier insgesamt verdoppeln.

Zusätzlich können ungenutzte Zeiten und Geldleistungen aus der Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege angerechnet werden, wodurch sich die Leistung und Dauer maximal verdoppeln. Als weitere Neuerung stehen die Leistungen aus der Kurzzeitpflege ab 2015 auch Menschen mit Pflegestufe 0 zur Verfügung.

Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürfige in ambulant betreuten Wohngruppen
Senioren, die in Senioren-Wohngemeinschaften oder Pflege-Wohn-Gemeinschaften wohnen, können zusätzlich monatlich 205 Euro Unterstützung erhalten. Anspruch darauf haben ab 2015 auch Menschen in Pflegestufe 0 mit Demenz (Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI).

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
Hierunter fallen sämtliche Maßnahmen, die dazu beitragen, die Pflege und Betreuung in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen oder zu vereinfachen; in erster Linie Umbaumaßnahmen wie eine Verbreiterung der Türen oder der Einbau einer bodengleichen Dusche. Die Pflegekasse unterstützt diese ab 2015 mit bis zu 4000 Euro pro Maßnahme.
Zuschüsse zu Umbaukosten müssen im Voraus bei der Pflegekasse beantragt werden. In der Regel sollte ein Kostenvoranschlag eines Handwerkbetriebs vorliegen. Der Umbau kann erst nach Bewilligung begonnen werden. Im Nachhinein werden keine Kosten übernommen.

Lohnersatzleistung
Im Falle einer plötzlichen Erkrankung eines Angehörigen, etwa durch einen Schlaganfall, ist es oft erforderlich, schnell einzuspringen und kurzfristig die Pflege zu organisieren. Hierzu stehen ab 2015 Lohnersatzleistungen, ähnlich dem Kinderkrankengeld, zur Verfügung. Diese können für eine bis zu zehntägige Auszeit vom Beruf eigesetzt werden.

Übersichtstabellen zu den einzelnen Leistungsbeträgen nach Pflegestufe und weitere Informationen zum Pflegestärkungsgesetz finden Sie in der PDF-Datei des Bundesministeriums für Gesundheit  "Pflegeleistungen nach Einführung des 1. Pflegestärkungsgesetzes" hier

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