[responsivevoice_button buttontext="Bitte vorlesen" voice="Deutsch Female"]

Wohnraum für ukrainische Geflüchtete

Das Entsetzen über das Leid der ukrainischen Bevölkerung im Angriffskrieg Russlands ist enorm groß. Aber ebenso gewaltig ist auch die Hilfsbereitschaft in Deutschland. Im Raum Frankfurt können Sie den Geflüchteten beispielsweise Wohnraum zur Verfügung stellen. Doch was gilt es zu beachten bei der Aufnahme von Geflüchteten? Die Seniorenagentur Frankfurt informiert und hilft bei bürokratischen Hürden.

Foto von Kevin Menajang von Pexels

Das Wichtigste vorweg: Es bedarf keiner behördlichen Genehmigung, wenn Sie als Mieter*in den Geflüchteten aus der Ukraine einen oder mehrere Schlafplätze anbieten wollen.  Sollte die Unterkunft nur für einzelne Tage oder wenige Wochen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, muss der*die Vermieter*in nicht informiert werden. Haus & Grund rät jedoch dazu, den*die Vermieter*in und auch die Nachbar*innen vorab mit einzubinden. So schafft man ein gemeinsames Verständnis, und vielleicht motivieren Sie mit Ihrem Handeln auch andere, ebenso zu verfahren. Wenn die Personen jedoch über einen längeren Zeitraum in die Wohnung aufgenommen werden, muss der*die Vermieter*in zwingend um Erlaubnis gefragt werden.

Vermieter*in informieren

„Wer zur Miete wohnt, darf grundsätzlich auch Geflüchtete in seine Mietwohnung aufnehmen“, heißt es vom Deutschen Mieterbund (DMB). Werden allerdings sechs bis acht Wochen überschritten, muss der*die Vermieter*in informiert werden. Diese Zeitspanne gilt laut DMB in jedem Fall als erlaubnisfreier Besuch. Verbietet der*die Vermieter*in nach dieser Zeitspanne die Aufnahme und man hält sich nicht daran, kann der*die Vermieter*in den eigenen Mietvertrag kündigen (ratgeber.immowelt.de).

Ein wohlüberlegter Schritt

Gastgeber*innen sollten sich bewusst machen, was eine Aufnahme insgesamt bedeutet – sowohl für sich selbst, wie auch für den*die aufgenommenen Flüchtlinge. Denn es geht nicht nur um Mitbewohner*innen in einer WG, sondern um Menschen, die vor einem schrecklichen Krieg geflohen und traumatisiert sind sowie mit großer Wahrscheinlichkeit große Sorgen um ihre Angehörigen in der Ukraine haben. Das Kriegsgeschehen erschüttert von jedem Tag aufs Neue und fordert zunehmend mehr zivile Opfer. Auch wenn die Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs mittlerweile immer weniger werden und die meisten von ihnen das Kriegsgeschehen und die Nachkriegszeit allenfalls als Kinder miterleben mussten, so mag in der älteren Generation die Vorstellung von Flucht und Vertreibung vielleicht eher noch lebendig sein.

Der Deutsche Caritasverband hat einen hilfreichen Ratgeber für die private Aufnahme erstellt. Engagierte können sich mit dem Leitfaden (PDF-Download, 112 KB) vorab überlegen, ob sie sich eine Beherbergung vorstellen können. Weitere Hilfestellungen sind hier abrufbar:

Immowelt: Ukraine-Flüchtlinge privat aufnehmen: Das gibt es zu beachten
Mieterbund: Fragen und Antworten rund um die Aufnahme von Geflüchteten in die eigene Mietwohnung
Pro Asyl: Geflüchtete aus der Ukraine privat aufnehmen

 

Kontakte der Stadt Frankfurt

Wenn Sie einen Wohnraum zur Verfügung haben, und diese zu Verfügung stellen wollen, können Sie sich an den „Evangelischer Verein für Wohnraumhilfe in Frankfurt e.V.“ wenden. Dort werden Ihnen Anweisungen und Hilfestellungen für die nächsten Schritte gegeben.

Kontakt:
„Evangelischer Verein für Wohnraumhilfe in Frankfurt e.V.“
Lindleystraße 15
60314 Frankfurt am Main
Telefon 069/408958100

 

Weitere Informationen, Hilfestellung und Anweisungen:

Stabsstelle Unterbringungsmanagement
und Flüchtlinge „Frankfurt hilft
Bleichstraße 52
60313 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 212 779 39
E-Mail: sum@stadt-frankfurt.de

Jugend- und Sozialamt
Clearingstelle für ukrainische Flüchtlinge
im stadtRAUMfrankfurt
Mainzer Landstraße 293
Tel: 069 / 212 484 44
E-Mail: info.51.D4@stadt-frankfurt.de

Caritasverband Frankfurt e.V.
Geschäftsstelle
Alte Mainzer Gasse 10
60311 Frankfurt am Main
Telefon: 069 / 298 20
E-Mail: info@caritas-frankfurt.de

Wichtiger Hinweis!

Die Stadt Frankfurt hat entschieden nur noch freie Wohnungen an die Flüchtlinge zu vermitteln, keine Wohngemeinschaften mehr.

 

Auch das Online-Angebot wächst

Auf der Online-Plattform „Frankfurt-Hilft“ finden Sie zusätzlich hilfreiche Kontaktdaten im eigenen Stadtteil. Ob Begegnungscafés, Stadtteilinitiativen oder ehrenamtliche Deutschkurse – hier sind die Anlaufstellen in den jeweiligen Stadtteilen verlinkt. „,Frankfurt hilft‘ ist die Koordinierungsstelle der Stadt Frankfurt für ehrenamtliches Engagement im Bereich Geflüchtete und Menschen ohne festen Wohnsitz. Sie arbeitet eng mit haupt- und ehrenamtlichen Akteuren in Unterkünften, Beratungsstellen und Initiativen zusammen. Sie ist auch Teil der Stabsstelle Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge der Stadt Frankfurt am Main“(FrankfurtHilft).

Für die Unterbringung von Flüchtlingen sind im Normalfall die kommunalen, staatlichen Stellen zuständig. Die Landkreise und Kommunen geraten jedoch derzeit an ihre Kapazitätsgrenzen und sind dankbar für jede Meldung über Unterbringungsmöglichkeiten (Bistum Limburg) . Soweit Geflüchtete Ihren Wohnort frei wählen dürfen, bieten die unten angeführten Plattformen derzeit Bleibemöglichkeiten online an. Das kann eine ganze Wohnung sein oder ein freies Gästezimmer mit Familienanschluss.Das Angebot wächst jeden Tag und steht kostenlos zur Verfügung:

unterkunft-ukraine.de
host4ukraine.com
warmes-bett.de
de.airbnb.org/help-ukraine
jugendherberge.de
evvfwh.de
ukraine-frankfurt.de/de/anfrage-unterkunft
icanhelp.host

 

Formalitäten nach der Aufnahme von Geflüchteten

Stellt sich abschließend noch die Frage, wo ich mich als Privatperson melde, wenn ich ukrainische Flüchtlinge aufgenommen habe? Die aufgenommenen Personen sollten sich zunächst an die kommunale Ausländerbehörde vor Ort wenden. Dort erfolgt die Sicherung, Feststellung und Überprüfung der Identität nach § 16 AsylG, hilfsweise nach § 49 AufenthG. Tipp: Hier finden Sie Apps zur Echtzeit-Übersetzung!

 

Hilfe beim Ausfüllen von Formularen

Oft reicht der gute Wille allein nicht aus, da gerade ältere Menschen den „Papierkram“ scheuen und sich deshalb davon abschrecken lassen, zu helfen. Es gibt jedoch einige Anlaufstellen, die gerne behilflich sind – auch wenn es darum geht Online-Formulare auszufüllen. Bei Fragen hierzu können Sie gerne unser Team der Seniorenagentur kontaktieren:

E-Mail: info@seniorenagentur-frankfurt.de
Hotline: 069 / 951 097-331 oder 333
(Montag bis Freitag, 09:00 Uhr – 14:00 Uhr)

 

 

 

Gefördert aus Mitteln der Stadt und des Jobcenters Frankfurt am Main.

 

© - seniorenagentur-frankfurt.de