Unterwegs im Alter

Neben den Angeboten der öffentlichen Verkehrsmittel kommen für viele ältere Frankfurter*innen nur wenig bezahlbare Fahrdienstgelegenheiten in Frage, um überhaupt noch mobil und finanziell unabhängig im Alltag zu sein. Eine Auswahl an Handlungsempfehlungen gegen die drohende Einsamkeit.

Älterer Mann im Bus / Klas Taubermann, Pexels

Es ist vor allem die Altersarmut, die die Mobilität vieler Senior*innen in der Stadt Frankfurt einschränkt und somit ihre soziale Teilhabe an der Gesellschaft verhindert. Denn die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, inklusive der Aufstockung durch Hilfen, wie die zu beantragende „Grundsicherung im Alter“ oder dem „Wohngeld“, können lediglich den notwendigsten täglichen Bedarf zur Lebenshaltung abdecken. Nach Begleichen der monatlichen Kosten für Wohnen, Ernährung, Energie, Kleidung, Hygiene und Haushalt bleibt den Ruheständlern zum Monatsende oftmals nur noch wenig Zählbares im Portemonnaie übrig. So verwundert es auch kaum, dass viele Senior*innen unter diesen Umständen die Kultur-, Freizeit- oder Erholungsangebote der Stadt Frankfurt kaum, oder gar nicht mehr wahrnehmen können. Dabei bietet Frankfurt extra für diese Zielgruppe vielfältige vergünstigte Möglichkeiten an, um von A nach B zu kommen.

Unterwegs im Nahverkehr

Fangen wir mit der ersten Mobilitätshilfe an: Die 65-plus-Monatskarte Frankfurt des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, kurz RMV, ist für das Stadtgebiet gültig und kostet derzeit 74,10 Euro (Stand: Februar 2022). Das Besondere an dieser Karte ist, dass sie 24 Stunden gültig ist. Der*Die Inhaber*in der Karte darf auch eine weiterte Person werktags ab 19 Uhr und am Wochenende und Feiertagen 24 Stunden lang mitnehmen. Die schlankere Version der 65-Monatskarte Frankfurt ist erst ab neun Uhr gültig und beinhaltet keine Mitnahmemöglichkeit. Kostet dafür auch nur 58,40 Euro (Stand: Februar 2022).

Alle RMV-Fahrkarten sind in Frankfurt in den sogenannten „Ticket-Centern“ erhältlich. Diese befinden sich in der „Hauptwache-Passage“ und in der „Konstablerwache-Passage“ (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 08:00 bis 20 Uhr und Samstags von 09:00  bis 16 Uhr), sowie in der U-Bahn-Station Bornheim-Mitte-Passage (Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 09:00 bis 12:30 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, sowie Mittwochs tagsüber ab 09:00 bis 12:30 Uhr und von 13 bis 16 Uhr). Telefonische Auskünfte sind 24 Stunden lang über das Servicetelefon des RMV unter Tel: 069 /242 480 24 zu erreichen. Weitere Informationen zum Fahrkartenerwerb an den Fahrkartenautomaten sind HIER abrufbar (PDF-Download, 1,75 MB).

Das Seniorenticket Hessen (persönliche Jahreskarte für alle ab 65 Jahren) kostet bei Einmalzahlung aktuell 365 Euro pro Jahr und bei einer Ratenzahlung (nur als Abo) in Höhe von 31 Euro pro Monat insgesamt 372 Euro pro Jahr (Stand: Februar 2022). Das Ticket gilt für die Benutzung aller Verkehrsmittel sowohl im RMV, als auch in den anderen eingebundenen hessischen Verkehrsverbünden. Dieser Fahrschein gilt nicht für die Fernzüge der Deutschen Bahn (IC, EC oder ICE) und für Ruf-Taxis innerhalb des VRN (Verkehrsverbund Rhein Neckar). Direkt am Schalter ist das Seniorenticket Hessen in einem VGF-TicketShop, in der RMV-Mobilitäts-Zentrale Verkehrsinsel oder in einem der VGF-TicketCenter zu haben. Bei Vorlage eines Frankfurt-Passes, der bei der Stadt Frankfurt unabhängig vom Alter bei dem zuständigen Sozialrathaus beantragt werden kann, gelten ab Anfang diesen Jahres die in der folgenden Tabelle aufgelisteten ermäßigten Fahrpreise. Antragsberechtigt für den Frankfurt-Pass sind unter anderem die Bezieher*innen von Grundsicherung oder Wohngeld.

Ermäßigte Fahrpreise des RMV bei Vorlage eines Frankfurt-Passes

Art der Fahrkarte Monatskarte Jahreskarte – 12x Abbuchung im Abo Jahreskarte – 1x Abbuchung, im Abo oder Direktkauf
Normal 67,25 € 12 x  56,10 € = 673,20 € 654,10 €
9 Uhr-Karten 48,55 € 12 x 40,50 € =486,00 € 470,60 €
Seniorenticket Hessen 12 x 20,50 € = 246,00 € 239,00 €
Seniorenticket Hessen Komfort 12 x 42,50 € = 510,00 € 499,00 €
65-Monatskarten Frankfurt ab 9.00 Uhr 38,60 €
65-plus-Monatskarten 54,00 €

Was viele nicht nur ältere Frankfurter*innen vergessen: Alle ermäßigten Fahrkarten mit Frankfurt-Pass sind nicht übertragbar. Sie sind demnach personengebunden und auch nur zusammen mit dem Frankfurt-Pass gültig. Beide Nachweise sollten also während der Fahrt immer mitgenommen werden, da sie bei einer Fahrkartenkontrolle als Nachweise verlangt werden. Nähere Informationen zum Erwerb von Fahrkarten im Zusammenhang mit dem Frankfurt-Pass sind HIER abrufbar (PDF-Download, 778 KB).

Mobilitätshilfen des RMV

Damit ältere Menschen möglichst lange eigenständig in Frankfurt unterwegs sein können, bietet der RMV als weitere Hilfen ein sogenanntes „Mobilitätstraining“ (PDF-Download, 1.22 MB) an. Während dieses Trainings erhalten die Teilnehmer*innen viele Tipps zum richtigen Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere zum Vermeiden von Stürzen. In einem Frankfurter Linienbus, der ausschließlich für das Training bereit steht, wird geübt, was beim Ein- und Aussteigen und während der Fahrt zu beachten ist. Es wird erklärt, welche Taster und Öffner zu welchem Zweck benutzt werden können. Bei Bedarf wird auch ein spezielles Rollator-Training angeboten, in dem darüber hinaus geübt wird, wie mit einem Rollator richtig umgegangen wird. Auf Wunsch kann ein Gehwagen zum Ausprobieren bereit gestellt werden.

Fahr- und Begleitdienste für Senior*innen

Auch der Fahrgast-Begleitservice der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, kurz VGF, will älteren Menschen die Wege in der Stadt erleichtern. Hier unterstützen Servicemitarbeiter*innen des VGF ältere Fahrgäste, die aktive Hilfe bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen. Der Service kann Montags bis Freitags von 7.00 bis 21.00 Uhr und Samstags von 10.00 bis 17.30 Uhr in Anspruch genommen werden. Auch holt der Begleitservice auf Wunsch die bedürftige Person zum vereinbarten Termin an der Wohnungstür ab und begleitet diese auch wieder nach Hause. Dieser Service ist ein kostenloses Angebot – VGF-Kund*innen bezahlen nur ihre Fahrkarte. Nähere Informationen zum Begleitservice sind HIER abrufbar (PDF-Download, 353 KB). Ein Wunschtermin ist werktags von 8.00 bis 15.00 Uhr beim RMV Kundenservice unter Tel: 069 / 213 231 88 vereinbar.

Ein weiteres besonderes Angebot bietet „traffiQ“ – ein Regionalunternehmen des Frankfurter ÖPNV – an. Es handelt sich um zwei Trainingskurse in Gruppen: „Mobilitätstraining im Bus“ (ab acht Personen) und „Training zum RMV-Fahrkartenautomaten“ (ab fünf Personen). Auch hier ist das Ziel, dass ältere Menschen in der Mainmetropole möglichst lange eigenständig unterwegs sind. Dazu zählt auch die sichere Nutzung von Bus und Bahn. Auch wird hier erklärt, wie beispielsweise der Bildschirm des Fahrkartenautomaten korrekt bedient wird und welche Fahrkarten wie erworben werden können. Beide Trainings dauern etwa 45 Minuten und sind ebenso kostenlos.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) möchte älteren Personen mit seinem Fahrdienst den Weg zur Arbeit, zum Arztbesuch, zu Kur-, Erholungs- und Rehabilitationseinrichtungen und eine Stipp-Visite bei Freunden ermöglichen, heißt es. Die DRK-Dienste werden in den einzelnen Kreisverbänden unterschiedlich organisiert. Dort können sich die Hochbetagten auch über die Möglichkeiten der Kostenübernahme (z. B. durch Sozialamt, Krankenkasse oder Pflegeversicherung) informieren. In bestimmten Fällen werden die Kosten für eine begrenzte Anzahl von Fahrten übernommen.

Egal, ob jemand zum*zur Arzt*Ärztin gebracht werden muss, eine Tagespflegeeinrichtung besucht, gerne ins Theater möchte, ein Besuch bei Verwandten plant oder ein Einkauf in der Stadt beabsichtigt: Auch der Fahrdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) stellt Fahrzeuge und entsprechend geschultes Personal zur Verfügung. Die Nutzer dieser Fahrdienste werden zu Hause abgeholt, auf Wunsch bei ihren Besorgungen oder Terminen begleitet und sicher wieder nach Hause gebracht. Allerdings sind die Regelungen zur Kostenübernahme regional unterschiedlich.

Hilfen in Sonderfällen

Wer einen bevorstehenden Impftermin in der Festhalle auf dem Frankfurter Messegelände hat, kann über das „Rathaus für Senioren, Jugend- und Sozialamt“ einen kostenfreien Transfer anfordern. Voraussetzung dafür ist, dass die anfragende Person bereits das 80. Lebensjahr erreicht hat. Die Hotline für diesen Dienst lautet Tel: 069 – 212 450 65 und ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 8.00 bis 16.00 Uhr erreichbar. Menschen mit Hauptwohnsitz in Frankfurt und einem Schwerbehindertenausweis mit dem sogenannten Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) können auf Antrag auch den Beförderungsdienst der Stadt Frankfurt in Anspruch nehmen. Die zuständige Stelle ist über die Hotline Tel: 069 / 212 704 71 zu erreichen. Als Beförderungsmittel sollten Person, wenn diese noch selbstständig in ein Fahrzeug ein- und aussteigen können, ein Taxi wählen. Für betroffene Ältere, die sich nicht mehr eigenständig von ihrem Rollstuhl in ein Fahrzeug umsetzen können, wartet ein Spezialfahrzeug mit einem Hublift oder einer Rampe auf den Einsatz. Eine Kombination aus Spezialfahrzeug und Taxi ist auch wählbar. Die Fahrten des Beförderungsdienstes der Stadt kosten entweder anteilig ein Euro, oder sind umsonst. Den Antrag für die Teilnahme an diesem Dienst ist HIER abrufbar (PDF-Download, 622 KB). Die Bestellungen sind rund um die Uhr unter Tel:  069 / 905 456 78 oder alternativ unter E-Mail: ddz@metropolis-service.de möglich.

Mobilitätshilfe zu Fuß

Nicht unterschlagen werden darf an dieser Stelle, dass auch der Einkaufs-, Begleit- und Unterstützungsservice der GFFB Frankfurt ein kostenfreies Serviceangebot zur Unterstützung von Senior*innen ab dem 65. Lebensjahr, sowie Personen, die in der Mobilität dauerhaft oder vorübergehend eingeschränkt sind, anbietet. Auch Alleinerziehende können das Angebot nutzen, wenn sie aufgrund einer besonderen Situation kurzfristig Unterstützung benötigen, wie zum Beispiel, wenn die bedürftige Person Hilfe beim Gang zum Impfzentrum oder zum*zur Arzt*Ärztin benötigt. So werden im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten Begleitungen zu Arztterminen, Behördenbesuchen, Spaziergängen oder bei der Erledigung von Einkäufen und Besorgungen angeboten. Nähere Informationen zum Service der GFFB sind HIER abrufbar (PDF-Download, 398 KB). Die Service-Hotline ist von Montag bis Freitag zwischen 09:00 bis 16.00 Uhr unter Tel: 069 / 95 10 97 313 zu erreichen.

Unterwegs mit dem Zug

Mobil durch den Lebensabend / Alexandr Nikulin, Pexels

Ab dem 65. Lebensjahr können Senior*innen eine Senioren BahnCard mit einer Gültigkeitsdauer von zwölf Monaten erwerben. Sie verlängert sich immer automatisch um ein Jahr, sofern nicht sechs Wochen vor Laufzeitende in Textform gekündigt wird. Mit der Senioren BahnCard 25 spart der*die Ruheständler*in 25 Prozent, mit der Senioren BahnCard 50 wird nur die Hälfte des Normalpreises der entsprechenden Wagen-Klasse verlangt. Die Senioren BahnCard 25 kostet derzeit 37,90 Euro für die 2. Klasse, 74, 90 Euro für die 1. Klasse und die Senioren BahnCard 50 kostet 117 Euro für die 2. Klasse sowie 231 Euro für die 1. Klasse (Gesamtstand: Februar 2022). Beide Karten sind in den DB Reisezentren, in den Agenturen der Deutschen Bahn oder online über die App „DB Navigator“ erhältlich. Mit der BahnCard 25 / 50 bekommt der Käufer auch bei vielen Verkehrsverbünden 25 Prozent Ermäßigung auf Einzelfahrscheine. Im RMV-Verbund ist eine Ermäßigung nur auf Schienenstrecken ab RMV-Preisstufe 5 möglich. Die Details zu den Ermäßigungen zu den Verkehrsverbünden, Bahnen und Busgesellschaften stehen hier zur Verfügung. Mehr Informationen zu den Angeboten der Deutschen Bundesbahn für die Generation 65plus, zum Service und weitere Tipps für die Reise sind hier auf einen Klick abrufbar.

Ehrenamtliche Reisebegleitungen

Zu guter Letzt bietet der Caritasverband Frankfurt und auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) für Senior*innen und für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen betreute Reisen in Wohnortnähe und Senior*innenreisen mit ausgesuchten Reisezielen im In- und Ausland an. Hier begleiten qualifizierte Reiseleiter*innen die Hochbetagten in den wohlverdienten Urlaub. Sie kümmern sich um alles: Transfer, Unterkunft, Verpflegung sowie Ausflüge vor Ort. Laut dem DRK können Inlandsreisen unter bestimmten Bedingungen bezuschusst werden, damit ein Urlaub für die Ruheständler und für die Menschen mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen auch finanziell realisierbar ist. (Michael Baur)

 

Gefördert aus Mitteln der Stadt und des Jobcenters Frankfurt am Main.

 

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