Rembrandt in Frankfurt: Hochkarätige Werke im Städel

Egal ob von zu Hause aus, oder im Museum – die Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ zeigt volle Kanne Kunst des niederländischen Meisters.

 

Das Frankfurter Städel Museum behandelt in seiner aktuellen Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ die Erfolgsgeschichte des niederländischen Künstlers – vom jungen, ambitionierten Maler aus Leiden hin zum berühmten Meister in Amsterdam. Die Schau vereint den gesamten Städel-Bestand an Werken Rembrandts, darunter heiß begehrte Werke wie die „Blendung Simsons“, mit Leihgaben internationaler Sammlungen unter anderem aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, den Gemäldegalerien Berlin und Dresden, der National Gallery in London, dem Museo del Prado in Madrid und der National Gallery of Art in Washington.

Dabei geht es nicht nur allein um Rembrandt. Rund 60 Werke des Meisters treten in Dialog mit Bildern anderer Künstler seiner Zeit an. Insgesamt 140 Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen des Niederländers und seinen Zeitgenossen gibt es zu sehen und beleuchteten den Aufstieg des Künstlers in den Jahren 1630 bis zur Mitte der 1650er Jahre. Die gemeinsam mit der National Gallery of Canada in Ottawa organisierte Ausstellung sollte ursprünglich im Dezember 2020 starten, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben. Sie läuft noch bis zum 30. Januar 2022. Für einen Besuch vor Ort ist ein 3G-Nachweis nötig, ebenso gilt Maskenpflicht.

Storytelling und Userführung digital
Wem das zu anstrengend scheint, kann sich gerne auch im Internet rundum die Ausstellung informieren. So hat das Städel Museum zur Rembrandt-Ausstellung passend ein Digitorial® entwickelt. Es ist eine Marke von Schirn, Städel und Liebieghaus und wurde als digitales Vermittlungsangebot von den drei Frankfurter Häusern konzipiert. Das kostenlose Angebot bietet viele wissenswerte Hintergründe und Informationen zum kunst- und kulturhistorischen Kontext, gleichsam alles auf einen digitalen Blick. Damit keine Langweile entsteht, sollen die Schwerpunkte der Ausstellung mit Storytelling und einer interaktiven Userführung leicht zugänglich aufbereitet werden, so das Ziel. Über das Online-Angebot in deutscher, englischer und französischer Sprache können sich nicht nur die Frankfurter*innen freuen, sondern es steht auch Rembrandt-Fans überall auf der Welt frei zur Verfügung. Ein Rundgang, der sicher gute Laune und jede Menge Spaß garantiert.

Blinded by Rembrandt – Blind Date mit Folgen
Zu guter Letzt hat das Städel noch ein weiteres Ass im Ärmel, um Rembrandt-Fans anzulocken: Ein vierteiliger Podcast zum Meisterwerk „Die Blendung Simsons“. Jede Folge umfasst eine durchschnittliche Hördauer von 30 Minuten. Hier begegnet der Journalist und Moderator Michel Abdollahi dem Historiengemälde zum ersten Mal. Es ist ein Blind Date mit Folgen und ein Projekt, das Abdollahi offensichtlich sehr beeindruckt, verrät er in seinem Facebook-Eintrag. Zur Einordnung: Rund zweieinhalb mal drei Meter misst die Öl-Leinwand mit Rahmen des imposanten Gemäldes aus dem Jahr 1636. Der Kauf des Bildes gilt in der Geschichte des Städel Museums als eine der spektakulärsten Amtshandlungen. Die treibende Kraft hinter den Ankaufsbemühungen war der damalige Städel-Direktor Ludwig Justi (1876-1957). Dabei war das Bild in Frankfurt aufgrund der drastischen Darstellung seinerzeit nicht unumstritten. Justi verhandelte mit den Vorbesitzern, der gräflichen Familie Schönborn in Wien, den Preis von 336.000 Mark, den das Städel allerdings nicht allein bezahlen konnte. „Innerhalb weniger Tage kamen von 85 privaten Spendern 167.700 Mark zusammen. Auch die Stadt und der Museums-Verein stellten große Summen zur Verfügung, sodass der Kauf im Mai 1905 abgeschlossen werden konnte“, heißt es.

Zurück zum Podcast. In der Auftaktfolge geht es um die Kernfrage, was der Betrachtende eigentlich auf dem Rembrandt-Gemälde „Die Blendung Simsons“ sieht und warum es kunsthistorisch so bedeutend ist. Und es geht um das Höchste der Gefühle, um die Liebe. Auch um Michel Abdollahis verhängnisvolle Liebe zu dem Gemälde. Nebenbei bespricht er auch noch einige wichtige Fragen der Menschheit. Die Komikerin, Schillerstraßen-Star und Autorin Cordula Stratmann betrachtet die Szene aus ihrer eigenen psychologischen Perspektive. Kurz gesagt: Bitte hören.

Wann:
Dauerveranstaltung (bis zum 30. Januar 2022)
10.00-18.00 Uhr (Di, Mi, Fr, Sa, So)
10.00-21.00 Uhr (Do)

Wo:
Stadel Museum
Digitorial®
Podcast

Kontakt:
Städel Museum / Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 605 098 200
E-Mail: info@staedelmuseum.de

Anmeldung:
Nicht erforderlich

Kosten:
16 €, Di-Fr (ermäßigt 14 €)
18 €, Sa-So (ermäßigt 16 €)

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